Kategorie-Archiv: Lyrik

Gedicht: Seifenblasen.

Ich bin anders als die Anderen und doch wie der ganze Rest
Ein jeder dichtet sich sein Leben, klammert sich an Illusionen fest
Träume gehüllt in Seifenblasen, sanfter Flug Richtung Wirklichkeit
Immerfort zerplatzen sie, kläglicher Wettlauf mit der Zeit
Zu oft will man verstehen, doch die Wahrheit bleibt verborgen
Sieht eine Zukunft voller Farben, geplagt von monochromen Sorgen
Glück ist eine falsche Hoffnung, die einen vor dem Fall bewahrt
Durch die Macht der Fantasie bleibt viel Seelenschmerz erspart
Draußen bricht die Welt zusammen, weil nichts mehr sie zusammenhält
Ich sitze stumm in meinem Luftschloss, Flucht vor allem, was mich quält
Niemand will resignieren, doch Heldenmut gleicht einem Privileg
Zwischen Wunsch und Realität, da liegt ein harter, steiniger Weg

(c) Sandra Heick

Gedicht: Resignation.

Mit Kunstharzkleber zusammengehalten
An die Wand gedrückt lässt du die Sinnlosigkeit walten
Streichst die Segel, weil da nichts mehr ist als Leere
Resignation außerhalb der sieben Weltmeere
Klebrige Fasern verbanden, was nun ist verloren
Die Wellen haben sich gegen dich verschworen
Kein Vertrauen in die Möglichkeit, durchzuhalten
Da sprangen aus allen drei Ecken die Falten

(c) Sandra Heick

Gedicht: Wie Seifenblasen.

Gedanken rotieren ungelenkt, abgestempelt als Sinnlosigkeit
Versuche beständig zu verstehen, doch das Ende vom Kreis scheint weit
Man sagt, die Zeit soll Wunden heilen, mir raubt sie Lebensenergie
Zerreißt voller Genuss mein Herz und mit ihm meine Utopie

Gefühlte Ewigkeit derselbe Takt, nun dissonant und ohne Melodie
Zwei Herzen haben sich verloren, gefunden hatten sie sich nie
Einst wollten wir die Welt verändern, sie sah herab voll Eitelkeit
Träume zerplatzt wie Seifenblasen, was bleibt ist graue Alltäglichkeit

(c) Sandra Heick

Gedicht: Schatten der Vergangenheit.

Zuckerwattewolken schweben still am Horizont
Mein erstarrtes Herz blickt flügellahm auf eine Regenfront
Ein ahnungsloser Himmel zeigt voll Hoffnung seine Schokoladenseite
Der süße Geschmack verliert sich flüchtig in der Weite
Verfolge friedlos einen Sonnenstrahl, der sich in den Wellen bricht
Schatten der Vergangenheit verschlingen erbarmungslos das Licht
Einem Streuner mag der Tag alles geben
Ich habe verlernt, Glück anzunehmen

(c) Sandra Heick

Gedicht: Der berauschte Planet.

Regentropfen prasseln sanft auf meine Haut
Vermischen sich wortlos mit salziger Flüssigkeit
Niemand hört, dass mein Herz um Hilfe schreit
Um mich herum ist es still, in meinem Kopf ist es laut

Frage mich, warum die Sonne nicht scheint
Nur zu oft zeigte sie eitel ihr hämischstes Lachen
Und ich habe mir gewünscht, aufzuwachen
Aus dieser Wirklichkeit, in der ein jeder einsam weint

Klammere mich fest an einem Hoffnungsschimmer
Der Kopf voller Gedanken an eine bessere Welt
Auf der Suche nach etwas, das die Teile zusammen hält
Realisiere ich, dass ich wanke – noch immer

Der berauschte Planet zieht seine Kreise durchs Universum
Man gaukelt uns vor, dass Unendlichkeit besteht
Dass die getretene Kugel sich beständig weiterdreht
Wir sehen das Ende, doch bleiben stumm

(c) Sandra Heick

Gedicht: Wunder in Schemen.

Diese Welt ist unbegreifbar, niemand vermag sie zu verstehen
Wir basteln rastlos eine Wirklichkeit, ohne dabei klar zu sehen
Prahlen mit Zahlen und mit Fakten, die wir erfunden haben
Zwängen Wunder in Schemen, geben ihnen seltsame Namen
Wir denken, forschen, zweifeln und verlernen dabei zu träumen
Wenn Fantasie nur noch ein Wort ist, ist es Zeit, sich aufzubäumen
Schreibt es mit Edding an die Wände und malt es in den Sand
Herzen zeigen uns den Weg, vereint bezwingen wir den Verstand

(c) Sandra Heick

Gedicht: Zwischen Illusionen.

Malten das Leben in bunten Farben
Bauten ein Luftschloss, in dem Träume starben
Tanzten barfuss unter Wattewolken
Zwischen Illusionen, die wir nicht aufgeben wollten
Perfekte Welt, doch Perfektion birgt stet Gefahr
Den Anfang vom Ende nahm keiner von uns wahr
Das Herz geht Wege, die der Verstand nicht kennt
Ein Träumer, der die Wahrheit Lügner nennt

(c) Sandra Heick

Gedicht: Neue Farben.

Du hast meiner Welt neue Farben geschenkt
Und mein Leben in unbekannte Bahnen gelenkt
Hast mich mit Heldenmut aus der Einsamkeit befreit
Nun vergessen wir im Strudel der Unendlichkeit die Zeit
Aus einem Albtraum in Endlosschleife aufgeschreckt
Weiß ich nun, dass der Alltag oft Wunder versteckt
Hatte verlernt zu träumen und vergessen, wie man lacht
Dann kamst du und hast mich um den Verstand gebracht
Seitdem ich dich kenne, fühle ich mich wie neu geboren
Täler haben an Tiefe und Berge an Höhe verloren
Mit dir an meiner Seite raubt kein Hindernis mehr Mut
Jede Sekunde in deiner Gegenwart tut der Seele gut
Das Gedicht in deiner Hand erzählt viel über mich
Doch eigentlich wollte ich nur sagen: Ich liebe dich

(c) Sandra Heick

Gedicht: Zweifel.

Wünsche mir Ruhe, doch renne rastlos um mein Leben
Laufe davon vor der Wahrheit, für die ich alles würde geben
Bin bis zum Rand gefüllt mit Wissen, aber vermag nichts zu verstehen
Habe Angst vor der Unendlichkeit und dem Gedanken, zu vergehen
Träume von den Weiten des Weltalls, schaue gebannt in die Sterne
Bin auf der Flucht vor der Gewohnheit, aber fürchte mich vor der Ferne
Drehe mich beständig im Kreis, suche entschlossen den Anfang
Träume vom Ziel, aber prophezeie den Untergang
Um mich herum herrscht Überzeugung, dass die Welt sich weiterdreht
Mein Herz signalisiert Zweifel, dass diese Möglichkeit besteht

(c) Sandra Heick

Gedicht: Kein Wunschkonzert.

Weil das Leben auf der Erde kein Wunschkonzert ist
Redet sich manch einer permanent das Leben trist
Lässt auf der ewigen Suche nach dem großen Glück
Kostbare kleine Glücksmomente am Wegesrand zurück
Wer nicht an Wunder glaubt, für den wird es keine geben
Und wer verlernt hat zu träumen, kann seinen Traum nicht leben
Schenkt man der Welt ein Lächeln, zeigt sie ihre Schokoladenseite
Doch malt man alles schwarz, suchen die Farben rasch das Weite
Hinter zahlreichen Ecken lauern Chancen und Möglichkeiten
Solange man nicht beginnt, ihre Existenz zu bestreiten
Und sollten alle Stricke reißen, bleibt immer noch die Fantasie
Jeden Morgen geht die Sonne auf – aufgeben darfst du nie

(c) Sandra Heick